Der Preis für den Gesundheitswettbewerb „Vorsprung“ geht nach Solkau


Gesundheitsvorsorge steht im Vordergrund

Die beiden Firmen von Dr. Carolin Schneider in Solkau, Inoq GmbH und Institut für Pflanzenkultur e.K., sind mit über 40 Mitarbeitern auf Forschung und Produktentwicklung im Bereich Landwirtschaft, Gartenbau und Forstwirtschaft spezialisiert. Verschiedene Gründe bewogen die Unternehmensleitung dazu, mit Unterstützung der Gesundheitskasse AOK ein Betriebliches Gesundheitsmanagement einzuführen. Besonders in zwei Arbeitsbereichen konnten Belastungen für die Mitarbeiter ausgemacht werden: rein sitzende Tätigkeiten am Bildschirm und im Labor sowie körperlich schwere und gleichförmige Arbeiten in Gärtnerei und Feldanbau. Ziel war, die körperliche Gesundheit und Vorsorge, aber auch die psychische Gesundheit der Kollegen zu erhalten und zu verbessern. Es wurde schnell erkannt, dass es ohne gesunde und zufriedene Mitarbeiter keinen erfolgreichen Betrieb gibt – diese wurden in alle Schritte maßgeblich eingebunden.

Optimierte Arbeitsabläufe – weniger Stress

Am Anfang stand eine ergonomische Arbeitsplatzanalyse an allen Arbeitsplätzen in Büro, Labor, Gärtnerei und auf dem Feld die wichtige Hinweise zum richtigen Sitzen, Heben und Tragen ergab. Es wurden Arbeitsplätze gesundheitsgerecht angepasst oder Arbeitsmittel für bestimmte Arbeitsprozesse neu eingeführt wie Handgelenksbandagen und Sitzkeilkissen.


Weiter wurde von der AOK ein Ergonomie- und Bewegungsprojekt gestartet: Dieses bestand aus Eingangstests zu den Bereichen Kraft, Koordination, Beweglichkeit und Ausdauer mit anschließenden Einzelgesprächen sowie halbtägigen Workshops für alle Mitarbeiter. In den Einzelgesprächen wurden persönliche Ziele und Trainingspläne mit dem Berater vereinbart.
Je nach Arbeitssituation machen Kollegen jetzt öfter eine ‚Bewegte Pause‘ oder Dehnungsübungen vor Arbeitsbeginn und stiften sich gegenseitig dazu an, mehrmals täglich kurze Ausgleichsübungen in den Arbeitsalltag einzuflechten. Manche gehen in der Pause eine Runde ums Firmengelände mit oder ohne Firmen-Hund Prinz, an den Pausenplätzen liegen Hulahoop-Reifen, Springseile und Tennisbälle. Es gibt eine Firmenlaufgruppe bei der Hitzacker ‚Herbsthärte‘ und zahlreiche Mitarbeiter beteiligen sich an der AOK-Aktion ‚Mit dem Fahrrad zur Arbeit‘ mit Arbeitswegen bis zu 40 km. Viele Kollegen machen das Deutsche Sportabzeichen, dafür werden vom Betrieb Übungsstunden und Abnahmetermine in Zusammenarbeit mit dem örtlichen Sportverein organisiert.
Seit August bietet die Firma einen ‚Bewegten Spaziergang‘ mit Physiotherapeutin Nina Heinzelmann an, die einmal wöchentlich für eine Stunde in den Betrieb kommt. Dr. Carolin Schneider: „So machen wir aus der abgelegenen Lage einen Vorteil, wir können direkt vom Firmengelände aus starten, sind fachkundig betreut und Spaß macht es auch noch.“
Mittlerweile hat das Thema Gesundheit bei den Mitarbeitern eine hohe Akzeptanz und ist im Betriebsalltag angekommen. Alle Beteiligten sind sich einig, dass sich der Einsatz mehr als gelohnt hat: Die Mitarbeiter gehen motivierter und zufrieden ihrer Arbeit nach, die Kommunikation hat sich zwischen allen Ebenen wesentlich verbessert, was letztlich die Arbeit erfolgreicher gestaltet. Schneider weiter: „Ich hätte nicht erwartet, daß sich durch die Einführung des Gesundheitsmanagements in knapp einem Jahr so viele Punkte verbessern lassen und kann nur andere kleinere Betriebe ermutigen, den Prozess anzuschieben. Die meisten Maßnahmen ermöglichen mit angemessenem finanziellen Aufwand eine deutliche Verbesserung.” Für die nächsten Monate rückt das Thema ‚Gesunde Ernährung‘ in den Vordergrund.
Als Vorreiter in Sachen Gesundheit erlangten die Firmen in Hannover deshalb den 1. Preis im Gesundheitswettbewerb „Vorsprung!“, ausgelobt vom Branchennetzwerk Gesundheitswirtschaft Hannover e.V.