MYKORRHIZA Pilze Symbiose
Lebensgemeinschaft zwischen Pflanze und Pilz

Alle wichtigen Fakten zur Symbiose auf einen Blick

Was ist Mykorrhiza?

Der Begriff setzt sich aus den griechischen Wörtern für Pilz: „mýkēs“ und Wurzel: „rhiza“ zusammen. Mykorrhiza ist die Lebensgemeinschaft von Bodenpilzen, die mit Pflanzenwurzeln in einer Symbiose leben. Der Pilz besiedelt das Feinwurzelsystem der Pflanze, versorgt die Pflanze mit Nährstoffen, wie Phosphor und Stickstoff und macht Wasser leichter verfügbar. Dafür erhält der Pilz im Gegenzug von der Pflanze lebensnotwendige Kohlenhydrate, die dieser nicht selbst produzieren kann.

Keimlinge gehen schon in den ersten Tagen nach dem Keimen Verbindungen mit Pilzen ein, um sich einen Startvorteil zu verschaffen. Durch dieses Zusammenleben haben beide Partner enorme Vorteile, ohne die einige Pflanzen nicht an ihrem Standort überleben könnten.

Der Großteil aller Landpflanzen ist in der Lage, eine Symbiose mit Mykorrhizapilzen einzugehen. Bei fast allen Baumarten werden Mykorrhizen gefunden. Es gibt etwa 6.000 Pilzarten, die sich mit Pflanzen vergesellschaften können.

Inhaltsverzeichnis

Welche Mykorrhiza Pilz Arten gibt es?

Aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften werden die Mykorrhizen in drei verschiedene Gruppen eingeteilt:

Ektomykorrhiza, Endomykorrhiza und Ericoide Mykorrhiza.

Ektomykorrhiza Symbiose mit Nadelbäumen

Ektomykorrhiza

Besonders Nadelbäume

Ektomykorrhiza findet sich bei vielen Baumarten, besonders unseren Nadelgehölzen. Sie ist die in mitteleuropäischen Wäldern am häufigsten vorkommende Wurzelsymbiose. Die Pilze bilden ein dichtes Hyphengeflecht um die Baumwurzel herum. Ektomykorrhizapilze bilden im Herbst häufig Fruchtkörper aus. Unsere zum Teil essbaren Speisepilze, die unsichtbar im Boden für die Nährstoffversorgung der Gehölze sorgen!

Endomykorrhiza

Krautige Pflanzenarten, viele Baumarten, besonders Laubbäume

Endomykorrhizapilze dringen in die Pflanzenwurzel von krautigen Pflanzen und vielen Laubbaumarten ein und bilden dort die für die Simbiose notwendigen Strukturen aus. Die Endomykorrhizapilze sind mikroskopisch klein und mit dem bloßen Auge nicht zu sehen. Das Hyphennetz, das bei der Ektomykorrhiza die Wurzel umgibt, fehlt hier, stattdessen dringt ein Teil der Pilzhyphen in die Zellen der Wurzelrinde des Pflanzenpartners ein.

Arbuskuläre Mykorrhiza

Die Arbuskuläre Mykorrhiza ist eine besondere Form der Endomykorrhiza. Die Mykorrhiza-Pilze durchwachsen den nahegelegenen Boden und dringen mit ihren Fäden in die Wurzelzellen ein. Kennzeichnend für diese Art von Mykorrhiza sind die Bildung von so genannten Arbuskeln – bäumchenförmige, zarte, verzweigte Hyphen innerhalb der Wurzelzellen.

Ericoide Mykorrhiza - Pflanzen der Familie Ericaceae

Ericoide Mykorrhiza

Pflanzen der Familie Ericaceae

Die Mykorrhiza gibt es nur bei Pflanzen der Familie der Ericaeen. Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren, Calluna und Erica sind die Partner dieser Pilze.

Vorteile und Wirkung von Mykorrhiza

Durch die Simbiose wird das Wurzelwachstum stark angeregt. Die Pflanze wird blühfreudiger und toleranter gegenüber Krankheiten, schlechten Witterungs- und Bodenverhältnissen. Mykorrhizapilze verbessern zudem die Bodenstruktur.  

Durch das Pilzmyzel wird die Pflanze besser mit dem Boden vernetzt. Die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen der Pflanze, sowie die Krümelstruktur des Bodens, wird verbessert. Bei Hanglagen wird durch ihr Hyphengeflecht die Aggregierung des Bodens und damit dessen Stabilität verbessert- Hänge können 5° mehr geneigt sein, wenn die Vegetation gut mykorrhiziert ist (z. B. Steillagen und Lärmschutzwälle).

Wasseraufnahme

Durch das Pilzmyzel wird die Pflanze besser mit dem Boden vernetzt. Das große Pilzgeflecht erweitert die Wurzelfläche und erleichtert somit die Wasseraufnahme. Mykorrhizierung erhöht allgemein die Trockenresistenz.

Nährstoffaufnahme

Das Pilzmyzel erstreckt sich je nach Pilzart über mehrere Kilometer. Durch dieses große Geflecht aus Pilzfäden in der Erde, nehmen sie deutlich mehr Nährstoffe auf als ein Baum. Dies bedeutet auch verbesserte Düngeraufnahme und ermöglicht die Reduktion von Düngergaben.

Optimierte Bodenstruktur

Die Bodenqualität wird durch Mykorrhiza klar verbessert. Das Bodenleben wird durch Mykorrhiza komplettiert und die Krümelstruktur des Bodens wird verbessert.

Pflanzenwachstum

Verbesserte Aufnahme von Nährstoffen und Wasser führen zu einer messbaren und dauerhaften Steigerung des Pflanzenwachstums. Die Mykorrhizierung erhöht die Trockenresistenz und hilft widrige Witterungsbedingungen besser zu tolerieren.

Pflanzengesundheit

Die Pilzhyphen schützen den Baum vor Schwermetallen und anderen Schadstoffen. Durch Einlagerung von Gerbstoffen und Antibiotika im Myzel und der Baumwurzel, schützt der Pilz sich und seinen Baum wirksam vor Krankheitserregern und Wurzelschädlingen.

Pflanzenqualität

Besseres Wachstum, höhere Resistenz gegen schlechte Witterungsbedingungen, Schadstoffe, Schädlinge und Krankheitserreger führt zu einer deutlich besseren Pflanzenqualität. Die Pflanze ist insgesamt gesünder, kräftiger und widerstandsfähiger.

CO2-Speicherung

Mykorrhiza-Myzel als Kohlenstoffspeicher: Mykorrhiza-Pilze speichern jährlich bis zu 13 Gigatonnen Kohlenstoff.*
Studie Current Biology

Ertrag

Alle genannten Vorteile resultieren in zeitigerer und vermehrter Blütenbildung und dadurch zu höheren Erträgen und verbesserter Produktqualität.

Steigerung der Biodiversität

Mykorrhizapilze als Kolonisationshelfer: Wenn Mykorrhizapilze sich im Boden ansiedeln und gute Lebensbedingungen finden, steigt die Artenvielfalt.

Mykorrhizaprodukte als Biostimulanzien

Die im oberen Abschnitt beschriebenen Wirkungen klassifizieren Mykorrhiza-Produkte in die neue Stoffklasse der Biostimulanzien, die in der neuen EU-Düngeprodukte-Verordnung von 2019 erstmals reguliert werden.

Biostimulanzien wirken durch ihre stimulierende Wirkung indirekt auf die biologischen und chemischen Komponenten in der Pflanze und im Boden. Sie bilden neben Pflanzenschutzmitteln und Düngemitteln in Zukunft die dritte Säule des integrierten Pflanzenbaus.

Die Bedeutung der Biostimulanzien nimmt durch die gesetzlichen Einschränkungen im Pflanzenschutzsegment als auch im Düngesegment stetig zu.

Was sind Biostimulanzien?

Biostimulanzien für Pflanzen sind Stoffe und/oder Mikroorganismen, deren Funktion bei der Anwendung auf Pflanzen oder in der Rhizosphäre darin besteht, natürliche Prozesse zu stimulieren, um die Nährstoffaufnahme, die Nährstoffeffizienz, die Toleranz gegenüber abiotischem Stress und die Qualität der Pflanzen unabhängig von ihrem Nährstoffgehalt zu verbessern/zu fördern.

Biostimulanzien Definition vom Europäischen Verband für Biostimulanzien, EIBC – (European Biostimulants Industry Council)

Woraus bestehen Biostimulanzien?

Zu den üblichen Inhaltsstoffen von Biostimulanzien gehören:

Wie wirken Biostimulanzien?

Biostimulanzien beeinflussen die Wechselwirkungen innerhalb der Pflanze und zwischen der Pflanze und den sie umgebenden nützlichen Mikroorganismen. 

Sie stimulieren die natürlichen Prozesse, um die Nährstoffaufnahme und -effizienz zu verbessern. Sie tragen auch dazu bei, die Qualität der Pflanzen und ihre Toleranz gegenüber abiotischem Stress, wie z. B. Hitze, Frost oder Wassermangel, zu verbessern.

Biostimulanzien sind heute ein zusätzliches Instrument im Werkzeugkasten der Landwirte neben Düngemitteln und Pflanzenschutz-Produkten. Sie helfen angesichts extremer werdender klimatischer Bedingungen und der begrenzten landwirtschaftlichen Nutzflächen eine nachhaltige Lebensmittelproduktion sicherzustellen.

GMO-Frei

Unsere Mykorrhiza Produkte sind ein reines Naturprodukt und selbstverständlich frei von gentechnisch veränderten Organismen.

tl;dr:

Kurz zusammengefasst kann man sagen: Mykorrhiza verbessert die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen, sowie die Bodenstruktur. Dies führt zu einem verbesserten Pflanzenwachstum, besserer Pflanzengesundheit und Pflanzenqualität. Alle diese Faktoren resultieren in einem spürbar besseren Ertrag, ohne den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen (GVOs).

Anwendung von Mykorrhiza Impfstoffen

Unsere Mykorrhizaprodukte befinden sich auf verschiedenen Trägermaterialien, wie Vermiculite, Blähton, Torf, Sand und in diversen Körnungen, die auf Ihre Einsatzgebiete abgestimmt sind. Wichtig ist bei der Anwendung stets, dass die Pilze möglichst nah an die Wurzeln der Pflanzen gelangen: INOQ Produkte werden daher entweder unter das Pflanzsubstrat untergemischt oder direkt in das Pflanzloch gegeben. Mit Wasser vermischt können einige Produkte auch zum Benetzen von wurzelnackten Pflanzen verwendet werden.

Ideal ist es, wenn das Produkt an die Feinwurzeln gelangt, z. B. durch Bohrlöcher oder Bodenbearbeitung. Bei Neuansaat von Rasen, Anspritzbegrünung und im Aussaatbeet ist das Aufstreuen ausreichend, weil oft nicht anders praktikabel. Im Gemüsegarten sollte man das Produkt zumindest einharken. Für die optimale Entwicklung des kooperativen Zusammenlebens sollten die INOQ Produkte an die Wurzeln der Pflanzen gegeben werden, d. h. direkt in das Pflanzloch oder durch das Einarbeiten in das Substrat oder die Bodenoberfläche.

Bei der Verwendung von Mykorrhiza zusammen mit Düngemitteln ist zu beachten, dass Mykorrhizapilze den Pflanzen Nährstoffe besser verfügbar machen, vor allem Phosphat und Stickstoff. Sie können Ihre Pflanzen weiter düngen, die Düngermenge sollte aber reduziert werden. Die Reduzierung entlastet Umwelt und Geldbeutel und wird im Bereich Landwirtschaft auch von den Behörden kontrolliert.

Downloads

Anwendungsbereiche

Eine Übersicht über die Anwendungsbereiche unser Produkte können Sie unseren Anwendungsbereichen entnehmen

Gehölzliste

Hier Sie sich die Gehölzliste mit häufig angefragten Baumarten als PDF herunterladen.

Anwendungshinweise

Alle wichtigen Informationen für die optimale Entwicklung der Symbiose können Sie unseren Anwendungshinweisen entnehmen

Beispiele für die Anwendung von Mykorrhiza

Nicht jeder Bodenpilz eignet sich für jede Pflanze. Wir haben für verschiedene Einsatzgebiete passende Produkte entwickelt.
Diese Speziell auf Ihren Bedarf ausgerichtete Mykorrhiza-Produkte sind auf die Art der Anwendung abgestimmt und sind
auf verschiedenen Trägermaterialien erhältlich.

Forschung und Seminare

Mykorrhiza Forschung

Wir arbeiten in nationalen und internationalen Forschungsprojekten und Verbänden mit. Mit unseren Forschungsergebnissen leisten wir einen nachhaltigen Beitrag für eine gesunde und wachsende Welt.

Mykorrhiza Seminare

Besuchen Sie den INOQ Campus! Die kostenlose Online Seminar-Reihe bietet Ihnen regelmäßig spannende Informationen und Expertentipps für professionelle Anwender von Mykorrhizapilzen und solche, die es werden wollen.

Für weitere Informationen rund um die Mykorrhiza-Forschung besuchen Sie bitte die Webseite unseres Institut für Pflanzenkultur GmbH & Co. KG

Mykorrhiza Produkte kaufen

Die INOQ Mykorrhiza-Produkte können Sie im Fach- und Großhandel oder direkt bei unseren Vertriebspartnern erwerben. Alle Produkte sind GVO frei und für den Ökolandbau zugelassen.

Das INOQ Experten-Team ist für Sie da

Geben Sie Ihren Pflanzen das Extra an Kraft.

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